AdJ-Fleischerei Funke-Schnorbus_News
HwK Südwestfalen

"Wir wollen nahe am Puls der Auszubildenden sein"

Ein Familienbetrieb durch und durch – das ist die Fleischerei Funke-Schnorbus. Erstens, weil der Olsberger Betrieb in der dritten Generation geführt wird und die vierte bereits in den Startlöchern steht. Zweitens, weil die gesamte Mannschaft wie eine große Familie zusammenarbeitet. Und sollte es bei einem Teammitglied einmal nicht so rund laufen, dann sind Elke und Michael Funke für den Einzelnen da – oftmals über den Feierabend hinaus.

 

Mit diesem Einsatz punktete das Ehepaar beim diesjährigen Wettbewerb um den Ausbildungspreis im südwestfälischen Handwerk. Als Anerkennung überbrachte Fabian Bräutigam, Geschäftsführer der Handwerkskammer, die Nominierungsurkunde in der Kategorie "Soziale Verantwortung und gesellschaftliches Engagement". Damit hat die Fleischerei die Chance auf die Trophäe und 2.000 Euro Preisgeld, gestiftet von den Volksbanken in Südwestfalen.

 

Intensive Betreuung führt zum Erfolg

Seit 1982 wurden in Fleischerei und Partybetrieb 27 junge Menschen auf ihren Beruf als Fleischereifachverkäuferin oder Fleischer vorbereitet, die alle über ein Praktikum den Betrieb kennengelernt haben. Da es nicht einfach ist, Auszubildende zu gewinnen, hat sich Elke Funke ein Netzwerk aufgebaut: Enge Kontakte zum Internationalen Bund, zur Sekundarschule und zum Kolping führen zum Erfolg, gepaart mit kontinuierlicher familiärer Betreuung während der Ausbildung. Azubis mit Förderbedarf erhalten eine besondere und intensive Unterstützung: Das sei immer eine besondere Herausforderung, die als Team gemeistert werde. Auch Kosten für Bustickets werden übernommen oder der Führerschein unterstützt. Als Anreiz für gute Noten winkt zudem ein finanzieller Bonus. Mit besonderem Engagement hat sich Elke Funke für eine Kosovo-Albanerin eingesetzt: Dank des Ausbildungsplatzes durfte sie in Deutschland bleiben. Sie hat trotz sprachlicher Schwierigkeiten eine hervorragende Prüfung abgelegt.

 

Das Ehepaar Funke hat immer ein offenes Ohr – auch über die Belange der Ausbildung hinaus: "Wir wollen nahe am Puls der Lehrlinge sein", betont der Fleischermeister. "Sie sollen sich bei uns wohlfühlen", ergänzt seine Ehefrau, "denn wir bilden für uns aus." Das spricht sich herum: Der aktuelle Fleischer-Azubi hat sich auf Eigeninitiative beworben.

 

Netzwerken ist das A und O

Auszubildende und Mitarbeiter, die nicht aus Olsberg kommen, werden in die örtlichen Vereine integriert. So engagiert sich der Betrieb im Sportverein – der Chef ist "fußballverrückt" – und bei den Schützen. Die Familie verfügt über ein "gutes Netzwerk im Ort" – so hilft man sich gegenseitig.

 

"Uns ist es wichtig, dass alle Mitarbeiter Teil unseres Teams sind", beschreibt Michael Funke seine Führungsdevise. Das sei der Schlüssel zum Erfolg. Dazu gehört auch, dass Elke Funke die Auszubildenden bittet, ihre Erfahrungen im Umgang mit sozialen Netzwerken einzubringen, wenn es darum geht, für die neu eingeführte Bestell-App auf den betrieblichen Social-Media-Kanälen zu werben. Dem Ehepaar ist es wichtig, den Betrieb modern aufzustellen, "damit er attraktiv ist." Jetzt und in Zukunft. Ideen dazu holen sich Funkes auch im Netzwerk Fachkräftesicherung der Handwerkskammer.

 

Wer von den drei nominierten Betrieben in der Kategorie "Soziale Verantwortung und gesellschaftliches Engagement" das Rennen macht, entscheidet sich noch. Die Siegerehrung findet am 8. Oktober statt. Freuen können sich Elke und Michael Funke und stellvertretend für alle Auszubildenden, Ronja Severin, bereits über die Nominierungsurkunde. Diese überreichte der Geschäftsführer der Handwerkskammer Südwestfalen, Fabian Bräutigam, gemeinsam mit Rüdiger Schnüttgen, Leiter Ausbildungswesen, und Christofer Diekmann, Firmenkundenberater der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten.

 

Auch die Nominierung wird bereits mit 500 Euro prämiert, gesponsert von der IKK. Hier zeigt sich, wie das soziale Engagement auch im Team Früchte trägt: Die beiden Auszubildenden Ronja Severin und Leonie Wickl möchten das Geld den Hochwasser-Opfern spenden, Familie Funke erhöht auf 1.000 Euro. Und das angekündigte Betriebsfest findet trotzdem statt.